Worauf kommt es bei einer Jahresabschlussprüfung an?

Stimmt die Buchführung? Wurden die Gesetze, Satzungen bzw. Gesellschaftsverträge und Verträge eingehalten? Hat die Gesellschaft ein funktionierendes internes Kontrollsystem im Rechnungswesen eingerichtet? Sind die Rückstellungen richtig berechnet worden? Gibt es steuerliche Risiken? Sind Umsatz und die Aufwendungen korrekt abgegrenzt worden? Sind die Vorräte zutreffend bewertet? Sind die Abschreibungen korrekt vorgenommen worden? Sind die ausgewiesenen Forderungen noch werthaltig? Dürfen immaterielle Wirtschaftsgüter überhaupt bilanziert werden? Diese Fragen und andere sind bei einer Abschlussprüfung genau zu beantworten. Wer ist dazu verpflichtet, sich prüfen zu lassen?

Freiwillige und gesetzliche Jahresabschlussprüfungen

Freiwillige und gesetzliche Jahresabschlussprüfungen

Gesetzliche und freiwillige Jahresabschlussprüfungen

Für Kapitalgesellschaften mit bestimmten Bilanzsummen bzw. Beschäftigtenzahlen ist die Jahresabschlussprüfung obligatorisch verpflichtend. Gem. §§ 267 (1) i.V.m. 316 (1) HGB besteht die gesetzliche Verpflichtung zur Prüfung von Jahresabschlüssen von Kapitalgesellschaften, wenn mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen überschritten werden:

  • 6 Mio. Euro Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags (§ 268 Abs. 3)
  • 12 Mio. Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag
  • Im Jahresdurchschnitt fünfzig Arbeitnehmer

Wann es sich auszahlt eine freiwillige Abschlussprüfung durchführen zu lassen

Bei gesetzlichen Abschlussprüfungen ist der Mindestprüfungsumfang weitestgehend durch den Gesetzgeber vorgegeben. Bei freiwilligen Jahresabschlussprüfungen hängt die Gestaltung der Prüfung weitestgehend vom erteilten Prüfungsauftrag ab.

Eine freiwillige Jahresabschlussprüfung kann sehr sinnvoll sein, wenn z.B. die Eigentümer wenig Einblick in das operative Geschäft der Gesellschaft haben oder nicht über ausreichend profunde Kenntnisse im Rechnungswesen verfügen und Sicherheit über die Korrektheit des Jahresabschlusses erlangen wollen. Die Prüfung dient somit auch zur Kontrolle der eingesetzten Geschäftsleitung. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Zweifel an deren Integrität bestehen oder die Gesellschaft verkauft werden soll. Wer von Banken oder anderen Kreditgebern einen Kredit erhalten hat, oder einen solchen beantragen will, muss verlässliche Zahlen vorlegen. Ein uneingeschränktes Testat eines Wirtschaftsprüfers aufgrund einer freiwillig durchgeführten Jahresabschlussprüfung verleiht Jahresabschlüssen eine viel höhere Glaubwürdigkeit und führt eher zu einer positiven Kreditentscheidung bzw. zu besseren Konditionen eines Kreditgebers.

Bei der freiwilligen Jahresabschlussprüfung fungieren wir als Wirtschaftsprüfer zudem als der kompetente Sachverständige, der den Berichtsadressaten durch sein Testat, Prüfungsbericht und ggf. Management Letter wertvolle Hinweise zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in dem geprüften Zeitraum und zum Bilanzstichtag gibt.