Verrechnungspreise

Was ist der Verrechnungspreis?

Der Verrechnungspreis (auch Transferpreis) ist derjenige Preis, der zwischen verschiedenen Bereichen eines Unternehmens oder zwischen verschiedenen Gesellschaften eines Konzerns für innerbetrieblich ausgetauschte Güter und Dienstleistungen (z. B. Warenlieferungen, Lizenzen, Darlehen, Arbeitnehmergestellung) verrechnet wird. Im Steuerrecht spielt er eine große Rolle, da er genutzt werden kann, um Gewinne in geringer besteuerte Regionen (z.B. wegen unterschiedlicher Gewerbesteuerhebesätze) oder Länder (Niedrigsteuergebiete, Steueroasen) zu verschieben. Daher gibt es vielschichtige Regelungen zur Missbrauchsvermeidung. Auf internationaler Ebene hat z.B. die OECD einen Aktionsplan gegen BEPS beschlossen (Base Erosion and Profit Shifting, also Aushöhlung der Steuerbemessungsgrundlage und Gewinnverlagerung), der von vielen Staaten in lokales Recht umgesetzt wurde oder werden soll.

Verrechnungspreise

Verrechnungspreise

Verrechnungspreise im internationalen Steuerrecht

Verrechnungspreise: Bedingungen müssen dem Fremdvergleich entsprechen

  • Der Grundsatz dabei ist immer der Fremdvergleichspreis oder im Englischen „dealing at arm’s length“, d.h. der angemessene Verrechnungspreis ist der, den auch ein unabhängiger fremder Dritter bezahlt hätte.
  • Die OECD schreibt für ihre Mitgliedstaaten vor, dass grenzüberschreitende Leistungen und Lieferungen steuerlich nur dann anzuerkennen sind, wenn die Bedingungen für diese Leistungen und Lieferungen dem Fremdvergleich entsprechen.
  • Wird diese Bedingung nicht erfüllt, sind die Finanzbehörden berechtigt, die Gewinne zu Lasten des Steuerpflichtigen zu erhöhen. Das gilt unabhängig von der Größe des Unternehmens oder der konzerninternen Waren oder Leistungsströme.
  • Um Nachteile zu vermeiden, sollten alle Konzerne oder Unternehmen mit Lieferungen oder Leistungen zwischen diversen Einheiten darauf achten, dass alle konzerninternen Lieferungen oder Leistungen angemessen vergütet werden.
  • Hierzu sollten wie unter fremden Dritten die Bedingungen von den beteiligten Parteien im Vorfeld ausgehandelt und in einem Vertrag festgehalten werden.

Verrechnungspreisdokumentation mit Sachverhaltsdokumentation und Angemessenheitsdokumentation

Soweit ein deutsches Unternehmen oder eine deutsche Betriebsstätte beteiligt ist und die grenzüberschreitenden Leistungen einen Wert von 500.000 € p.a. oder die Lieferungen einen Wert von 5 Mio. € p.a. überschreiten, ist zudem eine Verrechnungspreisdokumentation vorzulegen, die den strengen und detaillierten Vorschriften entspricht. Unternehmen, die dieser Verpflichtung nicht nachkommen haben mit empfindlichen Strafen bis zu 1 Mio. € zu rechnen und müssen zudem eine eventuell recht hohe Gewinnschätzung des Finanzamtes widerlegen. Bei Unternehmen, die eine Verrechnungspreisdokumentation nach den Regeln der Kunst vorlegen, muss dagegen das Finanzamt beweisen, dass die Verrechnungspreise falsch sind.

Wir übernehmen die Verrechnungspreisdokumentation gerne für Sie. Hierzu gehört eine Sachverhaltsdokumentation (wer im Konzern hat welche Beziehungen zu wem und in welcher Höhe) und eine Angemessenheitsdokumentation (entsprechen die gewählten Verrechnungspreise dem, was fremde Dritte vereinbart hätten). In Betracht kommen folgende Verrechnungspreismethoden:

  • Preisvergleichsmethode
  • Wiederverkaufspreismethode
  • Kostenaufschlagsmethode
  • Gewinnaufteilungsmethode
  • Nettomargenmethode.

Je nach gewählter Verrechnungspreismethode ist der Nachweis unterschiedlich zu führen. Da nicht immer geeignete Fremddaten zur Verfügung stehen, wird mitunter auf Datenbanken zurückgegriffen. Wir nutzen hierfür die gleiche Datenbank, die auch die deutsche Finanzverwaltung nutzt. Das ist TP Catalyst der Firma Bureau van Dijk, einem der weltweit führenden Anbieter von Firmeninformationen.

Verrechnungspreisdokumentation als Vorbereitung auf eine Betriebsprüfung

Sollten Sie unsicher sein, ob die von Ihnen oder Ihrem Berater angefertigte Verrechnungspreisdokumentation den Anforderungen der Finanzverwaltung genügt überprüfen wir diese gerne für Sie. Falls etwas fehlen sollte, ergänzen wir die fehlenden Teile oder erstellen die Dokumentation komplett neu. Das kann viel Geld sparen, insbesondere, wenn eine Verrechnungspreisdokumentation erstmals erstellt wird, außergewöhnliche Geschäftsvorfälle angefallen sind oder eine Betriebsprüfung angekündigt oder wahrscheinlich ist.

Sind Sie unsicher, ob überhaupt eine Verrechnungspreisdokumentation anzufertigen ist oder eine Funktionsverlagerung vorliegt prüfen wir das gerne für Sie und zeigen Ihnen evtl. steuerliche Risiken auf. Wir bieten Ihnen auch Lösungen. Je früher, Sie sich an uns wenden, desto besser, denn manche Fehler lassen sich später nicht mehr beheben.

Benefitax als Spezialist hinzuziehen, wenn Fachprüfer für Auslandssachverhalte bei Betriebsprüfungen hinzugezogen werden

Sollte bei einer laufenden Betriebsprüfung ein Fachprüfer für Auslandssachverhalte hinzugezogen werden und sollte Ihnen Ihr Steuerberater erklären, dass er Sie jetzt nicht mehr fachlich kompetent begleiten kann oder Sie merken selbst, dass Ihr Berater auf dem Gebiet des internationales Steuerrechts nicht Zuhause ist, können Sie uns gerne hinzuziehen. Auf Wunsch bearbeiten wir dann nur die kniffligen internationalen Steuerfragen und mischen uns nicht in die Diskussionen über evtl. andere Feststellungen und Fragen der Betriebsprüfung ein, die Ihr „Haus- und Hofsteuerberater“ im Griff hat. Mehr zu Betriebsprüfungen finden Sie hier.

Verrechnungspreise, Steuerrecht und Steuern: unsere Fachgebiete.
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